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Alternative und ökologische Suchmaschinen

Eine Such-Anfrage bei Google verbraucht genauso viel Strom wie eine Energiesparlampe benötigt, um eine Stunde lang zu leuchten. Das liegt an der Server-Architektur von Google, die es erlaubt in Millisekunden einen nicht unbeträchtlichen Teil des Internets abzusuchen. Leicht kann man sich denken, dass alle Suchanfragen zusammen einen erheblichen CO2-Austoß erzeugen. Insgesamt erzeugt die IT-Industrie mittlerweile 2% des gesamten CO2-Ausstoßes weltweit. Aus ökologischen Gesichtspunkten ist es also sehr sinnvoll nach Alternativen zu suchen. Zwei glaubhaft ökologische Suchmaschinen möchte ich im folgenden kurz vorstellen.

Die erste Alternativsuchmaschine ist forestle.org. Einerseits kann man dort CO2-neutral suchen, andererseits werden pro Suchanfrage im Durchschnitt 0,1 Quadratmeter Regenwald unter Schutz gestellt. Die Einnahmen, die durch gesponserte Links erwirtschaftet werden, gehen an das „Adopt an Acre“ Programm der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy. Nach eigenen Angaben konnten bisher 287.396,5 m² Regenwald unter Schutz gestellt werden – auf der Website sind auch Belege dafür zu finden. Die Suche selbst erfolgt mittels Yahoo, also einer nicht ganz so leistungsstarken Suchmaschine wie Google. Bei der Suche werden folgende Benutzerdaten meist temporär in Form von Cookies gespeichert: Browsertyp/-version, verwendetes Betriebssystem, Referrer URL (die zuvor besuchte Seite), Hostname des zugreifenden Rechners (IP Adresse), Uhrzeit der Serveranfrage, Herkunftsort der Serveranfrage. Diese Daten werden üblicherweise bei jeder Suchmaschine gespeichert.

Wer auf die Google-Suchengine nicht verzichten möchte, der ist bei znout.org gut aufgehoben – es handelt sich aber um den gleichen Betreiber wie bei forestle.org. Bei dieser Alternative wird zwar der Regenwald nicht gerettet, aber immerhin handelt es sich um eine CO2-neutrale Suchmaschine. Zunächst wird der CO2-Ausstoß des eigenen Rechners, der Znout-Server, der verwendeten Netzinfrastruktur und der Google-Server statistisch durch einen unabhängiggen Partner ermittelt und am Ende durch den Kauf von CO2-Zertifikaten neutralisiert. Im Moment beträgt der CO2-Fußabdruck pro Suche 5 Gramm CO2 bzw. 10 Wattstunden. Finanziert wird das ganze durch das Einblenden von Google-Werbeanzeigen bei den Suchergebnissen. Nach eigenen Angaben werden keinerlei Nutzerdaten, Suchbegriffe oder IP-Adressen gespeichert.

Bei ixquick.com handelt es sich um eine leistungsstarke Meta-Suchmaschine, die sich dem umfassenden Datenschutz verschrieben hat – es werden keine nutzerbezogenen Daten gespeichert. Da pro Suchanfrage zahlreiche Suchmaschinen abgefragt werden, dürfte die CO2-Bilanz aber um einiges schlechter sein als bei einer normalen Suche beispielsweise über Google.

Für eine normale Suche, bei der Datenschutz wenig Relevanz hat, empfiehlt sich also forestle.org. Wer eine etwas schwierigere Anfrage hat, bei der die Daten nicht gespeichert werden sollen, dem kann man znout.org ans Herz legen. Einen wesentlichen Leistungsunterschied zu ixquick.com dürfte es nicht geben. Und auch der Datenschutz bei ixquick.com ist nicht unmittelbar überprüfbar und basiert auf Vertrauen. Stellt sich noch die Frage warum bei forestle.org persönliche Daten gespeichert werden und bei znout.org nicht, obwohl es sich um den gleichen Anbieter handelt. Die Frage wird in den FAQ’s von forestle.org unter „Warum gibt es Forestle nicht in Partnerschaft mit Google?“ beantwortet. Demnach hat Google nach wenigen Tagen die Zusammenarbeit aufgekündigt, so dass ein Umstieg zu Yahoo notwendig war. Offenbar will Google nicht, dass eine fremde Suchmaschinen mit gesponserten Suchergebnissen von Google Geld verdienen kann. Und bei Yahoo müssen nutzerbezogene Daten der Suchenden hinterlegt werden.

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