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Nachttanzdemo am 27. August in Erfurt

Fast jede Woche Konzerte, Elektro- oder Technopartys bis in die Morgenstunden – alles im Besetzten Haus. So war es „damals“ in Erfurt… Dies ist der zweite Sommer ohne selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt! Und es ist immer noch fast unmöglich unbürokratisch Kultur und Parties zu organisieren, ohne Besuch von der Polizei zu bekommen und sich dem Stress mit städtischen Ämtern auszusetzen. Die Organisation von Konzerten, Partys und anderen Kulturveranstaltungen war neben dem Wohnen und den Politikfeldern wie Antifaschismus, Geschichtspolitik, Kapitalismuskritik, Antisexismus, etc. ein wichtiger Teilaspekt im Besetzten Haus. Viele Bands hatten hier kostenlose Proberäume. Leute fanden sich zusammen und organisierten eigene Partys verschiedenster Art. Bei Konzerten und Partys sollten alle dabei sein können, egal wie groß ihr Geldbeutel ist. Sexismus, Antisemitismus und Rassismus sollte entgegen getreten werden. Ein Projekt in dem so etwas möglich ist wieder aufzubauen, ist unser Ziel! Das wollen wir jetzt auf die Straße tragen und rufen zu einer Nachttanzdemo auf. Kommt am 27.8. um 20 Uhr auf den Erfurter Bahnhofsvorplatz und „Tanzt bis(s) zum selbstverwalteten Zentrum“!

 

Hände hoch, Haus her! Für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt

Wagenplatzfest am 7. August

Programm ab 16.00 Uhr:

Musik
– laubsägenmassaker iii (elektropunk)
– fliegvogelflieg (minimalteknogeballer)
– shorts happening (indietronick / elektro)
Update:
– h2oouu (minimal / techno)
– to:be (minimal / deep)
– klump (trommelbass / destroyal crew)

Lesung und Diskussion
– Prof. Dr. Dr. B. W. Platz liest aus „Goldene Worte von Kanzler Kohl“

Nahrung (fest)
– Vegane Speisen aus der KücheFürAlle

Nahrung (flüssig)
– Bar mit verschiedenen alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken

und sonst noch
– An der Feuertonne abhängen wie früher
– Stockbrot vs. Knüppelkuchen

und vielem mehr!

Real gescheiterter Sozialismus

Unter dem Motto „Real gescheiterter Sozialismus. Was war? Was bleibt? Was wird?“ organisiert Thüringens „Linksjugend [’solid]“ gemeinsam mit der Landespartei DIE LINKE am 5. Juni 2010 in Erfurt eine landesweite Konferenz zur Vergangenheit der Partei DIE LINKE und ihrer Vorgängerparteien.

In fünf Workshops, aber auch einer Diskussionsrunde mit namhaften Referenten beschäftigen wir uns unter anderem mit den Themen Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit nach 1989, Demokratie und Sozialismus, Wie sozialistisch war die DDR?, Stalinismus als System, Jugend in der DDR jenseits von Partei und Staat, Die DDR und ihre östlichen Nachbarn.

Den Abschluss der Konferenz bildet die Podiumsdiskussion zum Thema: „Streitfall DDR: Vergeben? Vergessen? Versöhnen?“ u.a. mit der Thüringer Landtagsabgeordneten Ina Leukefeld. Um 20:00 Uhr rundet dann Daniela Dahn, die aus ihrem Buch “Wehe dem Sieger” in der Aula des Heinrich-Mann-Gymnasiums lesen wird.

Wir laden alle herzlich ein, teilzunehmen, sich einzubringen und mitzudiskutieren.

http://ddr.linksjugend-thueringen.de/

Repressionskostensoli mit Früchte des Zorns

Für die von Repression Betroffenen der Räumung des besetzten Hauses und der Kampagne „Hände hoch – Haus her! Für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt!“

Früchte des Zorns
(linksradikales Kollektiv aus Berlin | www.fruechtedeszorns.net)

8. Mai, 21 Uhr, Filler
(Schillerstraße 44, Erfurt)

Spendenkonto:
Sparkasse Mittelthüringen
Reinhold Halbleib
Konto-Nummer: 1000500337
Bankleitzahl: 82051000

Nach dem Ersten Mai….

Der Erste Mai-der Tag der Arbeit – Kampftag der Arbeiterbewegung. Ein Tag an denen Gewerkschaften friedlich demonstrieren wollen für bessere Arbeitsbedingungen und nun ein Tag, an denen rechte Parteien wie die NPD mit Autonomen Nationalisten demonstrieren wollen für Arbeit statt Abwanderung? Nazis die damals Gewerkschaftler in Konzentrationslager deportierten?

Ein breites BürgeInnenbündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Vereinen schlossen sich in Erfurt zusammen um einen Aufmarsch der Rechten zu verhindern. Sie erklärten:“

–          Wir sind entschlossen, den Aufmarsch der Nazis in Erfurt zu verhindern.

–           Wir sind solidarisch mit allen, die dieses Ziel mit uns teilen.-

–          Von unseren Massenblockaden geht keine Gewalteskalation aus.

Es wurde seit Monaten mobilisiert. Öffentlich wurde „Probe gesessen“ um die Bevölkerung auf den zivilen Ungehorsam aufmerksam zu machen. Die Polizei Erfurt zeigte bereits Tage davor verstärkte Präsenz und kontrollierte permanent Jugendliche, die evtl. den linken Spektrum angehören . Auf ihrer Internetseite informierten sie durch verständniserwartende Erklärung die Bevölkerung über ihre zwiegespaltende Lage, dass es einerseits das Versammlungsrecht gibt, sie Staatsdiener sind und dem Folgeleisten müssen und das blockieren somit eine Straftat sei und bis zu 3 Jahre Haft mit sich bringen kann. Vielmehr schienen sie zu versuchen die Bevölkerung zu verunsichern, sie zu kriminalisieren und durch Aussagen wie des Landeschefs der Gewerkschaft der Polizei Marko Grosa :“ Ich hoffe, dass es keine Verletzten oder gar Tote geben wird“  von den Blockaden fernzuhalten. Um den Naziaufmarsch nicht  weiter zu gefährden stauten sie mit Hilfe des THWs den Flutgraben.

Anstatt Gelder in die Prävention rechter Gewalt zu investieren überlegt die Stadt Erfurt sich noch eine Hundertschaft auf zu bauen. „Kommunen in Not“ hieß der Aufruf der Linkspartei, der die Bürger auf die kommunalfeindliche Politik des Landes aufmerksam machen sollte. Jugendclubs sind von Schließungen bedroht und Stellen werden meist durch nicht qualifizierte Kräfte besetzt. “ Armut, mangelnde Betreuung  und Jugendarbeitslosigkeit fördern braunes Gedankengut und Missgunst gegenüber MigrantInnen“, äußerte sich eine Sprecherin der Linksjugend [´solid] Thüringen. „Durch ausgebildete SozialarbeiterInnen und PädagogInnen könnte man den Jugendlichen bei ihren Problemen helfen, bevor sie durch Perspektivlosigkeit beginnen kriminell zu werden und Schuld bei unseren ausländischen MitbürgerInnen zu suchen.“

Prävention ist der eine Aspekt, den es zu Betrachten gibt, wenn es um die Verhinderung von Naziaufmärschen geht. Den anderen Teil tragen staatliche Institutionen. Polizisten die die Faschisten schützen. Die Deutsche Bahn, die extra Gleisen stilllegt, damit die Nazis durch Schleichwege zu ihren Kundgebungsort gelangen können, während Linke Politiker wie Bodo Ramelow von Bahn Angestellten diskriminiert werden. „Ich brauche keinen Ausweiß, ich habe eine Uniform“ lautete die Aussage, der Bahn Angestellten, die ihn und anderen Gegendemonstranten den Zugang verwehrten.

Aber was bedeutet dass genau, für die Bevölkerung, wenn Uniform dazu legementiert  gesetzeswidrig zu handeln und brutal gegen Demonstranten vorgeht? Wie frei kann man sich fühlen, wenn friedliche Demonstrationen und Kundgebungen von gepanzerten Polizisten und Spezialeinheiten wie dem BFW umzingelt und gefilmt werden? DemonstrationsteilnehmerInnen fühlen sich kriminalisiert. Sie wollen Gesicht zeigen gegen Rechts und nicht als potentielle Straftäter behandelt werden. Verstärkte Polizeipräsenz und Kontrollen wirken eher eskalierend und stellen neben den ständigen Provokationen einen erheblichen Faktor dar, der Aggression und Gewaltbereitschaft erzeugt.  Wir verurteilen nicht die Polizisten, die ja auch zum Teil zu unseren Schutz eingesetzt werden. Wir wissen auch, die persönliche emotionale Lage zu verstehen, dass sie evtl. auch lieber an den Wochenenden bei ihren Familien und Freunden währen, anstatt sich mit evtl. gewaltbereiten Demonstranten und Fußballfans rum zu ärgern, aber  es ist ihr Job. Sie haben sich diese Aufgabe ausgesucht und keiner ist gezwungen irgendetwas gegen sein Gewissen zu machen. Jeder hat jederzeit die Möglichkeit zu gehen, dass sollte sich auch jeder Polizist stets vor Augen halten. Es ist unverantwortlich, wenn man teilweiße das Aggressionsspotential  der Einsatzkräfte sieht. Für manchen traumatisierend wirkt es, wenn man sieht, wie brutal auf junge Menschen und Mädchen eingeschlagen wird. Pfefferspray wird willkürlich in die Massen oder direkt auf einzelne Personen gesprüht. Menschen gehen vor den eigenen Augen zu boten und schreien vor Schmerzen. Aus vielen Richtungen kommen immer wieder Hilfeschreie nach Wasser um Verletzte und Freunde zu versorgen.

Die Beamten haben Helme, Schutzanzüge und Waffen bei sich. Die Demonstranten oft nur ihr Herz und ihre Gefühle, die sie zu dem Treiben, was die Polizei provoziert. Trotz des großen Polizeiaufgebots, trotz der vielen Gewaltwarnungen war es ein erfolgreicher Erster Mai. Die ca. 400 anwesenden Nazis konnten nicht mehr als  500 m marschieren. Der Nazi-Aufmarsch wurde somit in Erfurt wie auch in andern Städten durch die friedlichen Sitzblockaden der BürgerInnen verhindert.  Herzlichen Glückwunsch!

Heraus zum revolutionären ersten Mai!

Heute ist es soweit. Die NPD will durch Erfurt marschieren, das bedeutet, dass erneut Nazis aus ganz Deutschland ihre nationalistische, antisemitische und rassistische Ideologie hier offen ausleben und für ihre menschenverachtenden Ziele werben werden.

Verschiedene Bündnisse mobilisierten seit längerer Zeit gegen diesen Naziaufmarsch und rufen zu Blockaden auf. In ihrer Erklärung heißt es:

„Wir erklären: Wir sind entschlossen, den Aufmarsch der Nazis in Erfurt zu verhindern. Wir sind solidarisch mit allen, die dieses Ziel mit uns teilen. Von unseren Massenblockaden geht keine Gewalteskalation aus. Unterstützt uns und kommt am 1. Mai 2010 nach Erfurt – gemeinsam werden wir die Nazis stoppen“

Die NPD scheint von dem zivilen Ungehorsam nicht ganz so begeistert und will Spitzenpolitiker des Freistaates Thüringen, wie der Chef der Linksfraktion, Bodo Ramelow, die Links-Abgeordneten Susanne Hennig, Matthias Bärwolf und André Blechschmidt, die Grünen-Abgeordneten Dirk Adam und Astrid Rothe-Beinlich und von der SPD Denny Möller und Wolfgang Metz anzeigen. Spaßiger Weiße berufen sich die NPDler auf ihr Versammlungsrecht… . Na gut..dann berufen wir uns auf das Grundgesetzt mit den ersten Paragraphen: „ Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Somit dürfte für uns klar sein: Wir blockieren! Auch von Seiten der Polizei wird noch einmal ausdrücklich darauf hin gewiesen, dass blockieren eine Straftat sei und mit bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird. Deutsche Polizisten, schützen… . Na ja..ihr wisst schon. Die Moral zwingt sie öffentlich dazu neutral zu bleiben… uns ihre ambivalenten  Absichten schmackhaft zu machen oder wie eine Sprecherin im Fernseher sagt:“ Wir hoffen doch alle, dass wir alle abends gemütlich im Kaffee Eis essen können“. Ja, etwas Abkühlung könnten unsere jetzt in Blaugepanzerten Freund und Helfer wirklich gebrauchen. GdP-Landeschef Marko Grosa sprach sogar von Toten.

Nun ja, viel Mühe geben sie sich. Seit längerer Zeit zeigen sie in Uniform und Zivil Präsenz und machen sie Stadt unsicher. So stauten sie seit gestern den Flutgraben, Richtung Magdeburger-Alee damit jeder richtig nass wird, wenn er/sie diesen morgen durchqueren  will..warum auch immer. Zumindest sorgt die Polizei mit Hilfe des THWs dafür dass die Nazis marschieren dürfen…soviel noch mal zu ihrer angeblichen Ambivalenz.

Alles was nach jung, jugendlich oder anders aussieht, wird abends kontrolliert. Silberner VW Sharans / Tourans  mit getönten Scheiben(Ortsfremde Kennzeichen wie WE, Söm–.usw) mit kleinen Ufu-ähnlichen Antennenfahren die Straßen entlang oder parken irgendwo.

Gestern Abend krachte es an einer Kreuzung. Sofort waren Zivilpolizisten vor Ort. Beim Flutgraben stehen Autos, in denen Hunde eingesperrt sind und bellen. Auch bei kleineren Straßen, die von der derzeit bekannten Naziroute abweichen stehen Straßensperrungen. Die Gitter befinden sich in bestimmter Richtung, was vermuten lässt, dass bisher bekannte Strecken spontan geändert werden sollen.  Jeder friedlicher Demonstrant, der sich morgen am Anger trifft kann durch die Flutgrabensperrung und veränderte Routen schon mal davon ausgehen, dass er die Stadtmitte nicht verlassen wird und die Nazis gemütlich durch Johannesvorstadt laufen werden.

Seit vorsichtig, vertraut niemand wichtige Infos an. Wenn Leute Steine schmeißen und zu Randalen aufrufen..lasst euch nicht hinreißen, oft sind es Zivis, die für die Presse das typische Bild der Linken herausfordern wollen.

Einen schönen ersten Mai-Ohne Naziaufmarsch!

1. Mai Erfurt Nazifrei-Knut Korschewsky


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