Wir


0. Intro

„Ich bin davon überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel (den Kapitalismus) loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren.“

Albert Einstein, „Why Socialism?“, 1949+



„Wir wollen eine Welt, in der Menschen friedlich, frei, gesund und gleichberechtigt leben können. Weil uns der Kapitalismus Menschenwürde, Gerechtigkeit, unzerstörte Natur, Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung nicht geben kann, haben wir uns in einem sozialistischen Jugendverband zusammengeschlossen. Unser Ziel ist und bleibt, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“

Karl Marx

1. Wer wir sind

Wir wollen nicht weniger als die Welt verändern!

280 Mio. Menschen sind unterernährt, die bestehende Landwirtschaft könnte jedoch die doppelte Weltbevölkerung ernähren. Von diesen Beispielen gibt es viele – für uns ist klar: ein derart blutiges Wirtschaftssystem gehört bekämpft. Wir wollen eine kooperative Wirtschaft, in einer von Mitbestimmung und Freiheit geprägten Gesellschaft, nicht in ferner Zukunft, sondern so schnell wie möglich! Die Überwindung kapitalistischer Produktions- und Herrschaftsverhältnisse ist dafür notwendig. Wir wissen, dass es immer Probleme geben wird, wir glauben nicht ans Paradies – wir streiten für eine Welt, in der alle Zugang zu Medizin, Nahrung und Bildung haben – und wissen, dass dies möglich ist! Eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg! Ein menschenwürdiges Leben für uns alle ist es wert erstritten zu werden. Als SozialistInnen, KommunistInnen, AnarchistInnen kämpfen wir für eine libertäre, klassenlose Gesellschaft jenseits von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat.

Vielfalt statt Selbstbeschäftigung!

nicht nur in erfurt sondern überall!

Erfurt Blumenstadt bunter Kaktus

Eine Linke, in der sich verschiedene Ansätze unversöhnlich gegenüberstehen, hat keine Zukunft. Die berühmten zwei Gräben Reform oder Revolution bilden für uns keinen Widerspruch. Wir streiten für einen grundsätzlichen Systemwechsel – aber wir setzen auch mit radikalen Alternativen im Hier und Jetzt in der konkreten Lebenswelt junger Menschen an. Dazu gehört auch eine lebendige Protestkultur, die gesellschaftliche Probleme aufgreift und über diese aufklärt sowie informiert. Diese soll durch konkrete politische Aktionen Mutmachen und bloße Betroffenheit in eine offensive und bewusste Formulierung von Alternativen umwandeln.

Wir wollen die Bühne des Parlamentarismus für den Kampf um eine gerechtere Welt nutzen, aber uns nicht der Illusion hingeben, dass dort der zentrale Raum für reale Veränderungen sei. Gesellschaftliche Veränderungen finden schwerpunktmäßig außerhalb der Parlamente statt.

Das gilt sowohl bei der Durchsetzung von Kapitalinteressen als auch für soziale Errungenschaften. Nur die außerparlamentarische Bewegung kann reale Veränderungen herbeiführen. Daher müssen ParlamentarierInnen immer mit sozialer Bewegung verbunden bzw. in ihr verankert sein, um auf der parlamentarischen Bühne auf Veränderungen hinzuwirken. Wir wollen kritisch-solidarisch mit der Partei DIE LINKE zusammenarbeiten. Gleichzeitig kritisieren und bekämpfen wir Anpassungstendenzen, vor denen niemand gefeit ist.

Als parteinaher Jugendverband sind wir der Jugendverband der Partei DIE LINKE und wirken als Interessenvertretung in die Partei. Kritik gegenüber der Partei DIE LINKE ist für uns genauso selbstverständlich, wie eine solidarische Zusammenarbeit. Wir arbeiten für eine vernetzte, breite Linke, die die Kraft besitzt Gesellschaft tatsächlich zu verändern.

Wir sind Teil eines politischen Blocks der Linken – einer Bewegung für Demokratie und Sozialismus. Als Jugendverband vertreten wir die Interessen junger Menschen, die diese Ideen sympathisch finden.

Unser Jugendverband bildet hierfür einen eigenständigen Raum des Austauschs, der Aktion, der Debatte, des Streits und des Lebensgefühls. Gemeinsam kämpfen wir gegen Kapitalismus, gegen Patriarchat, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus und für einen Ausbau demokratischer und sozialer Rechte.

Organisiert linke Basis!

Unser Jugendverband bildet eine Plattform, die als Teil von Bewegungen in die Gesellschaft wirken will und als Jugendverband in die Partei DIE LINKE wirken wird. Als Teil eines europäischen Netzwerkes aus unterschiedlichen Verbänden wollen wir auch eine internationale Ausstrahlungskraft entwickeln. Als offene und plurale linke Organisation suchen wir die Zusammenarbeit mit anderen BündnispartnerInnen und arbeiten nach basisdemokratischen Prinzipien. Als Jugendverband der sich vom klassischen Parteijugendmodell verabschiedet hat, sind wir keine Kaderschmiede und wollen auch keine sein. Daher ist es unser Ansatz, auf allen Ebenen Hierarchien jedweder Art abzubauen. Wir wollen gemeinsam stark werden und übernehmen Verantwortung füreinander.

Politische Organisierung die zum „Durchlauferhitzer“ wird oder nur als „Sprungbrett“ dient, betrachten wir als schädlich. Linke Organisierung ist für uns kein Hobby oder eine jugendliche Phase, sondern notwendiger Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse. Dabei setzen wir auf massenhaften Widerstand, die Selbstorganisation in Betrieben, Schulen und Hochschulen und die bewusste Aktion der organisierten Mehrheit der Bevölkerung zur Umwälzung der Verhältnisse. Die Banken und Konzerne müssen in öffentliches Eigentum überführt werden und unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung der arbeitenden Bevölkerung fortgeführt werden. Unser Ziel ist die Entwicklung einer demokratisch geplanten Wirtschaft, in der nicht der Profit, sondern die Bedürfnisse von Mensch und Natur im Zentrum stehen.

Unsere wichtigste Ebene ist die der Basisgruppen. Alle überregionalen Gremien haben die Aufgabe diesen Zellen linken Widerstandes und linker alternativer Gestaltung, Material, Infrastruktur und politische Bildung zugänglich zu machen. In unseren Gruppen können wir stärker werden, durch neue Gruppen werden wir stark: Вildet Banden! heißt unser Konzept. Wir versuchen mit kulturell und politisch fortschrittlichen Konzepten eine Offensive von Links. Unser Kampf gilt dem Kapitalismus, für ein ganz anderes Ganzes – für eine Gesellschaft, in der die Menschen ihr Leben endlich selbstbestimmt gestalten können.

So radikal wie die Wirklichkeit – leben wir den Widerstand!

2. Woher wir kommen

Wir sind geprägt vom Aufbruch der globalisierungskritischen Bewegung nach den erfolgreichen Protesten gegen die WTO-Konferenz in Seattle, wurden politisiert durch die brutale Polizeirepression in Genua und den Tod von Carlo Guliani, die SchülerInnendemonstrationen gegen den Irak-Krieg, die Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV oder antifaschistische Aktionen vor Ort. Wir haben in unseren Dörfern und Städten für Jugendzentren gestritten und Naziaufmärsche blockiert. Wir kommen aus den Studierendenbewegungen gegen Bildungskürzungen und Studiengebühren, aus der Gewerkschaftsbewegung und haben uns aktiv am Widerstand gegen die G8 Gipfel beteiligt. Wir haben uns mit dem revolutionären Prozess in Lateinamerika auseinander gesetzt und sehen in ihm eine Alternative zum Abbau sozialer Errungenschaften, neoliberalen Privatisierungsorgien und Militarismus in Europa.

Mit der Formierung der neuen LINKEN in Deutschland schlossen wir uns als junge Menschen in und bei der neuen Partei zusammen, um mit Linksjugend [’solid] einen gemeinsamen breiten sozialistisc

hen Jugendverband zu gründen. Bereits bestehende Jugendzusammenhänge bei PDS und WASG gingen darin auf und viele neue Mitglieder schlossen sich an. Wir stellen uns in die Tradition der internationalen Arbeiterbewegung, des antifaschistischen Widerstands, des Pariser Mai sowie des Prager Frühlings von 1968, der Studierendenbewegung in der BRD, der alten und neuen Frauenbewegung, der Friedensbewegungen und der linken ökologischen Bewegungen.

Wir beziehen uns positiv auf die emanzipatorischen Traditionen des Kommunismus, des Sozialismus, der Sozialdemokratie und der libertären Bewegungen.

3. Kritik an der Weltordnung

Unser Leben ist geprägt von unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen, ungleichen und immer weiter eingeschränkten Bildungschancen, repressiven Überwachungsmaßnahmen, alltäglichem Rassismus, Ausbrüchen faschistischer Gewalt, einschränkenden und unterdrückenden Geschlechterverhältnissen, der Einschränkung von

Grundrechten und der Zerstörung der Umwelt.

Im globalen Maßstab bestimmen soziale Spaltungen, Kriege, Armut, Hunger und Unterdrückung noch deutlicher den Alltag vieler Menschen. Obwohl wir von den Zuständen in Schule, Betrieb und Hochschule unmittelbar betroffen sind, haben wir keine Möglichkeit, selbst über sie zu entscheiden. Im Namen der Globalisierung erobern kapitalistische Verwertungsinteressen zunehmend das gesellschaftliche Leben. Die Welt wird zur Ware. Soziale Sicherungssysteme, Bildung und öffentliche Dienste werden privatisiert. Dadurch wird demokratische und soziale Teilhabe unmöglich.

Diese Entwicklung ist nicht naturgegeben, sondern Folge gesellschaftlicher Strukturen, in denen das Streben nach Profit mehr zählt als die Bedürfnisse der Menschen. Die Gesellschaft ist von Menschen gemacht und kann auch von ihnen verändert werden. Deshalb meckern wir nicht nur, sondern wollen die Welt verändern, im großen Ganzen sowie in alltäglichen Auseinandersetzungen.

Die Überwindung des Kapitalismus steht nicht im Widerspruch zur Verbesserung konkreter Lebenssituationen – für uns gehören diese Kämpfe zusammen.

4,Outro

Es reicht nicht, von einer besseren Welt zu reden. Wir müssen sie uns erschaffen. Hier und jetzt. Linke Politik darf nicht nur im Kopf stattfinden, sondern muss so radikal wie die Wirklichkeit gelebt werden.

Sei es die Schaffung linker Kulturzentren, alternatives Wohnen, bloßes solidarisches Miteinander, gesellschaftskritische Musik, Literatur oder Kunst, ökologische Lebensführung oder ein anderer Ansatz – wir heißen jedes emanzipatorisches Projekt gut, das Möglichkeiten jenseits des Kapitalismus aufzeigen will.

Wir treten dafür ein, uns Freiräume zu erkämpfen; jede Nische, die sich uns bietet, kreativ und einfallsreich mit neuen Ideen auszufüllen. Bestehende linke Zentren und Projekte müssen verteidigt und gehalten, neue von uns in Anspruch genommen und aufgebaut werden.

Natürlich wollen wir den Kapitalismus zerstören. Aber diesem Zerstörerischem ruht auch etwas Schöpferisches inne. Widerstand bedeutet, Alternativen zu schaffen.

Dieses Papier ist sehr offen gehalten und spricht sehr verschiedene Menschen an. Mit Absicht. Wir wollen keine uniforme Gruppe sein, unsere Vielfalt ist unsere Stärke. Wir fordern alle GenossInnen, die sich mit unseren Grundsätzen identifizieren können, dazu auf, sich unserer Gruppe anzuschließen und die Linksjugend [`solid] zu einem offenen, radikalen, bunten, solidarischen, bewegungsorientierten und in jedem Falle linken Jugendverband zumachen. In diesem Sinne:

„Wir sind eine Armee der Träumer und deshalb sind wir unbesiegbar. Wie sollen wir auch nicht siegen, wenn wir alles drehen und wenden? Wir können gar nicht verlieren. Oder besser gesagt, wir verdienen nicht zu verlieren.“

Subcommandante Marcos, mexikanischer Guerillasprecher


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